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Davy Jones

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Wednesday, February 28th 2018, 9:11am

Insenkten überbewertet !?

Moin zusammen ...
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich etwas mehr mit dem Futter meiner Warane um sie etwas abwechslungsreicher und natürlich gesund zu ernähren. Bei meinen Cumingis besteht das aktuelle Futterabgebot aus Eintagsküken, Mäusen, Hamstern, Ratten, Wachteln, Wachteleiern, kleinen Hasen, Kaninchen, Flussbarsche und alle 2 Monate gibt's 100 Wüstenheuschrecken auf eine Woche verteilt zum "Darm durchputzen" und als "Fitnesspogramm" ...


Meine kleinen macraies ernähre ich vorwiegend mit Insekten .. so wie sich's gehört ...
Womit ich auch schon beim Thema wäre ... Ich hatte mir überlegt meine Cumingis noch regelmäßiger mit Insekten zu ernähren. Die Ernährung mit Insekten wird ja oft schon als eine Art "Heiliger Gral" angepriesen... Dazu hab ich mir vor ein paar Monaten mal eine Nährwertanalyse vom Institut für Tierernährung in Hannover ausgedruckt ... ich hab das mal im Anhang mitgeschickt.
Was mich zu allererst sehr erschrocken hat, war Kalziumgehalt von Insekten allgemein.


Ein Beispiel:
Der Tabelle zufolge hat die durchschnittliche Futtermaus prozentual ca. 41 mal mehr Kalzium wie die gleiche Menge Heuschrecken... Ich meine hier geht's nicht um 50% mehr oder so... das sind 4100% mehr !!!


Der Einweißgehalt schein ungefähr gleich zu sein.


Auch der Fettgehalt ist bei Heuschrecken, um bei dem Beispiel von grade zu bleiben, um ca 1/3 höher als bei unserer Durchschnittsmaus .


Auch der Rohaschegehalt ist bei unserer Durchschnittsmaus 3x so hoch wie bei der gleichen Menge Heuschrecken! Ob Insenkten somit mehr "Ballaststoffe" ( wenn man diesen Begriff für tierische Nahrung überhaupt verwenden darf...) in Form von Cininpanzer etc. haben ist also auch fraglich, oder liege ich da total daneben?


Ich bin mittlerweile am Überlegen ob ich die Ernährung meiner macraeis mehr mit Kükenbeinen, kleinen Mäusen usw ergänze ...
Mich würde eure Meinung zu dem Thema interessieren?

Über einen regen Informationsaustausch würde ich mich freuen! :thumbsup:


Gruß David


Davy Jones

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Wednesday, February 28th 2018, 9:14am

Hier ist die Tabelle:
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Ingo

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Wednesday, February 28th 2018, 9:22am

Daten helfen einem nur weiter, wenn man nicht nur versteht, was sie aussagen, sondern auch, was sie NICHT aussagen.So eine Analyse kannst Du in der Pfeife rauchen, wenn es darum geht, verschiedene NICHT verwandte Gruppen von Futtertieren zu vergleichen.
Sie sagt rein gar nichts über die Zusammensetzung der Proteine, deren Zugänglichkeit und Verdaubarkeit, Art der Fette, die Anteile an essentiellen Amino- und Fettsäuren, die Art der Ballaststoffe und Metaboliten und vieles mehr aus.
Sehr wundert mich, dass Dich wundert, dass ein Lebewesen mit einem kalziumbasierten Endoskelett einen höheren Kalziumgehalt aufweist, als eines mit einem proteinbasierten Exoskelett. Das sollte doch klar sein.
Nein, für ernährungsphysiologische Betrachtungen sind solche Grobanalysen eben auch nur ganz grobe Anhaltspunkte.
Sie können aber sehr hilfreich sein, wenn man ernährungsrelevante Unterschiede zwischen zwei "näher" - und das kann durchaus recht weitgefasst gemeint sein- verwandten Futtertierarten erkennen und beurteilen wiill. Also zB Ratte/Kaninchen, Schabe/Heuschrecke.
Fakt ist, dass die meisten Kleinwaranarten sich über Jahrhunderttausende an insektenreiche Kost angepasst haben und dass es absolut Sinn macht das in der Terrarienhaltung nicht zu ignorieren.
Das ist doch eine einfache logische Verknüpfung, oder?

Viele Grüße

Ingo

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Der-Roman (28.02.2018)

Davy Jones

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Wednesday, February 28th 2018, 9:38am

Danke Ingo, ich bin Nichtraucher ;)


Mich wundert nicht, dass Insekten weniger Kalzium haben als Wirbeltiere, das war mir schon klar, mich wundert nur dass der Unterschied so extrem ist!

Ich will mit meinem Beitag auch nicht bezweifeln, dass die Hauptnahrung von Kleinwaranen aus Insekten besteht, und dass das auch gut für sie ist. Es ging mir auch mehr um meine cumingis, weil man des öfteren hört es wäre eigentlich besser sie auch zum Großteil mit Insekten zu ernähren ... und da hatte ich nach der Tabelle etwas Zweifel...

Trotzdem Danke für deine Einschätzung :thumbup:

Gruß
David

Davy Jones

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Wednesday, February 28th 2018, 11:13am

... ich meine hat das denn jemand von euch schon wirklich mal über einen längeren Zeitraum gemacht? - einen ausgewachsenen salvator oder cumingi hauptsächlich mit Insekten ernährt?

This post has been edited 1 times, last edit by "Davy Jones" (Feb 28th 2018, 11:51am)


Ingo

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Wednesday, February 28th 2018, 12:39pm

Das wäre wohl sehr aufwändig. Ich denke mal, die meisten größeren Warane sind Opportunisten und in der Jugend sind Insekten (oder Crustaceen) für sie wohl oft die verfügbarste Beute.
Dürfte sich auch den cumingi nicht schaden, ich glaube aber kaum, dass eine überwiegende Insektenfütterung bei dieser Art einen echten Vorteil hätte. Die Ratio Fisch/Säuger/Crustaceen ist denke ich wichtiger.
Im Freiland habe ich zB Nilwarane öfter beim Fressen von Heuschrecken oder Libellen beobachten können. Und das sowohl kleine wie große Exemplare.
Als Anekdote: Auch ein über 2m großes Nilkrokodil hat meine Reisegruppe im Januar beim aktiven Fabgen einer Libelle beobachtet und sogar fotografieren können.

Viele Grüße

Ingo

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Wednesday, February 28th 2018, 1:23pm

Fakt ist, dass die meisten Kleinwaranarten sich über Jahrhunderttausende an insektenreiche Kost angepasst haben und dass es absolut Sinn macht das in der Terrarienhaltung nicht zu ignorieren.
Genau das ist der Punkt :) Viele Halter versuchen sich die Fütterung natürlich leichter oder weniger teuer zu machen. Gerade Einsteiger haben häufig einen Ekel vor dem Verfüttern lebendiger Insekten, gerade in Bezug auf Schaben, und nehmen dann lieber Futter, das weniger schnell wegläuft, -springt oder -fliegt. Und natürlich sind Futterinsekten, wenn man sie nicht selbst züchtet, mitunter sehr teuer.

Ich habe - zu meinem Schrecken - auch schon Halter gesehen, die einem Zwergwaran auschschließlich zerkleinerte Hühnerherzen angeboten haben.



Gut - da kann man nun streiten, wie man so etwas anspricht und vielleicht wird jetzt auch jemand sagen "ich biete auch nur Hühnerherzen an und das geht seit Jahren gut". Darum geht es mir gerade nicht.

Ich bin der Meinung, dass man sich genauer anschauen sollte, wie die Nahrung in der freien Wildbahn aussieht - und daran sollte man sich orientieren.

Warum? Nun, man kann natürlich Ersatzstoffe finden und Kompromisse in der Fütterung finden, die dem natürlichen Futterangebot nahe kommen. Aber wie schon richtig angesprochen wurde: Die Tiere sind evolutionär auf Futterquellen angepasst, das heißt eben auch, dass der gesamte Stoffwechsel, die gesamte Biochemie, optimal läuft, wenn das Futter angeboten wird, das eben genau dieser evolutionären Entwicklung entspricht.

Nun fühle sich bitte niemand auf den Schlips getreten - ich bin lediglich der Meinung, dass das Beobachten der Tiere im ursprünglichen Habitat oder zumindest Lektüre über jenes Habitat, viele Fragen klärt, die sich mit Tabellen eher theoretisch und wahrscheinlich unvollständig klären lassen.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen weiterhin schönen, sonnigen Tag :)
Mein Reptilienblog - Meine Warane, das Futter & mehr.

Davy Jones

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Wednesday, February 28th 2018, 4:32pm

Danke Roman, keine Angst mir wurde schon so oft auf den Schlipps getreten , ich trag keinen mehr.

Es ging mir wie bereits erwähnt um Großwarane!

Und da wird von vielen der Standpunkt vertreten, dass auch dort eine haupsächliche Ernährung mit Insekten zwar sinnvoll aber eben auch finanziell kaum machbar ist, und zwar genau weil man sich mit der natürlichen Nahrung von Großwaranen z.B. durch Mageninhaltsuntersuchungen befasst hat und da waren oft auch auffallend viel Insekten drin... deshalb mein Beitag, und ganz bestimmt nicht weil ich Geld sparen will oder ich mich vor Insekten ekle ...


Ich glaube es gibt wenige, die sich bei der Futterbeschaffung und Vielfalt so viel Mühe geben wie ich (siehe oben) Ich züchtete meine Mäuse, Ratten und Hamster bisher fast ausschließlich selbst, mit Biogemüse, Löwenzahn und sonst was für Körner gefüttert ... einen anderen Teil des Futters fange ich direkt in der Natur und verfüttere diesen mit dem in der Natur gefressenen Mageninhalt ( keine Angst nicht die Hasen, die sind mir zu schnell :rolleyes: )
Ich verfüttere grundsätzlich nur ganze Futtertiere am besten mit vollem Magen! Und ich verfütterte wie bereits erwähnt viele Insekten an meine Großwarane und war nur am überlegen ob ich das nicht noch mehr tun sollte ... dadurch bin ich auch auf die Nährwerttabellen gekommen, und war etwas entsetzt wie stark sich der Kalziumgehalt von Wirbeltieren zu Insekten unterscheidet ...


aber ist auch egal


Wünsche auch noch einen sonnigen Abend


Davy Jones

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Wednesday, February 28th 2018, 4:32pm


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Ingo

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Wednesday, February 28th 2018, 6:26pm

Ich finde die Bemühungen, sich an den Magenuntersuchungen zu orientieren sehr lobenswert (bei cumingi hätte ich aber eher Crustaceen und Mollusken in größerem Mengenanteil erwartet)...aber wie schon gesagt, wird das bei Großwaranen in der Praxis schwierig, wenn es um Insekten geht.
Auch ist Großwaran nicht gleich Großwaran...so ad hoc meine ich, dass vor allem die afrikansichen Steppenarten viel Insekten fressen. Australier und Asiaten oft in geringerem Maße. ...aber das habe ich nicht akut sicherparat. Ich würde aber vermuten, dass gerade für semiaquatile Arten wie cumingi Crustaceen eine gute Alternative und eine geeignete Balance zu Wirbeltieren darstellen können.
Und davon gibt es genug preisgünstig gefroren im Lebensmittelhandel - oder als Fischfutter- zu kaufen. In Delikatessenläden sogar lebend. Mancherorts kann es auch recht ergiebig sein - und ist legal- die eingeschleppten zehnfüßigen Neozooen aus Nordamerika in unseren Gewässern zu fangen.
Über der Art des Futters sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass die Menge gut kalkuliert werden sollte.
Noch jeder Großwaran, den ich in einem Terrarium gesehen habe, war fetter als mindestens 80% der Großwarane, die ich im Freiland gesehen habe. Und das waren auch schon einige.
Reduzierte Lokomotion in menschlicher Obhut - und das ist nunmal so- ist ein zusätzlicher Faktor, der es dem Stoffwechsel zuliebe ratsam erscheinen lässt, eher sehr sparsam als sparsam zu füttern.
Das ist zugegeben schwer und auch meine (Klein)warane sind mittlerweile zu fett.
Aber ich schweife ab...

Viele Grüße

Ingo

P.S.: Ich weiss nicht, ob Du Maren Gaulkes Artikel von 1992 kennst.
Zwar alt, aber schon damasl gewohnt gut ...und frei online verfügbar:
file:///C:/Users/user/Downloads/Gaulke_1992.pdf


P.P.S.: Der reine Kalziumanteil ist nicht ausschlaggebend. Das Ca/P Verhältnis und die Balance von Vitamin D, A und Fettstoffwechsel muss in Ordnung sein, damit das Kalzium aus der Nahrung auch verwertet werden kann. Wenn alles passt, brauchts davon auch gar nicht soviel. Und dann gibts ja noch Schnecken und "kalkige Krümel " diverser Art

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